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Schalenstein

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Zu den Herrliberger Funden aus der Jungsteinzeit gehört der 1850 am Tobelende des Wetzwiler Chapfbachs auf 640 m Höhe gefundene «Schalenstein». Schalensteine liegen oft an erhöhter Lage. Beidseits des Tobels ist auf der Höhenline von 680 m je ein möglicher Standort auszumachen, wobei das Tobelgefälle von der nördlichen Örtlichkeit aus steiler ist, was das allmähliche Abrutschen des Steins in das Chapfbachtobel ermöglicht haben könnte.

Im 110 cm langen, roten Ackerstein sind dreizehn schalenartige Vertiefungen sichtbar. Mögliche Deutungen des Gebrauchs von Schalensteinen sind: Naturaltar, Kalender, astronomische Zeichen, Mörser zum Zerstossen von Mahlgut, Sternbilddarstellungen oder Wegzeichen. Der Herrliberger Schalenstein gelangt bereits 1858 nach Zürich in die Wasserkirche, die damals als Museum dient. 1993 gelingt es Edi Lanners, den Stein von der Platzspitzanlage hinter dem Schweizerischen Landesmuseum nach Herrliberg zurückzuholen. Der Schalenstein liegt heute an der südöstlichen Ecke der Zehntenscheune.