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Grüt

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Das «Grüt» ist einer der alten Siedlungskerne auf der Geländeterrasse auf rund 450 m Höhe, der um alte Höfe entsteht. Es gliedert sich in Vorder-, Unter- und Obergrüt. Der Name weist auf durch Rodung urbar gemachte Landstücke hin. Hier entwickelt sich eine rege Gewerbe- und Handwerkstätigkeit. Die heutige Grütstrasse entsteht 1899 aus dem ehemaligen Kirchweg. Sie verbindet die um 1830 ausgebaute Steinradstrasse mit der 1898 erstellten Forchstrasse.

Im Vordergrüt besteht im alten Reihenwohnhaus «Zur Felsenau» bis 1897 die Bäckerei Bickel, die nachfolgend gegenüber in den neu errichteten «Felsenhof» verlegt wird. Bäcker Werner Sennhauser ist auch Fuhrhalter und wird oft für Fahrten und Transporte angefragt. Es folgen Bäcker Jakob Traber ab 1929 und bis 1986 sein Sohn Heinz. Spätere Bäcker sind Viktor Siegrist und Christopher Bachmann. An der Grütstrasse 49 führt Kurt Stolz von 1935 bis um 1988 eine Kleiderfabrik («Blusen-Stolz»).

Im Untergrüt 9 befindet sich von 1947 bis 1986 die Kunstschlosserei Ernst Hermatschweiler. Der Betrieb wird von seinem langjährigen Mitarbeiter Olindo Bianchi bis 1992 und anschliessend von Martin Cenek, Kunst- und Bauschlosser, bis 2002 weitergeführt. Weitere Gewerbetreibende sind u.a. von 1911 bis 1956 die Gemüsegärtnerei Ernst Hahn (heute Grütstrasse 75 und 77) sowie Ferdinand Hüflinger und später Sohn Ferdinand, die bis 1997 im Untergrüt 19 eine Modellschreinerei betreiben. Sie beliefern, wie auch die mechanische Modellschreinerei Hermann Wetzel an der Forchstrasse 5, Eisengiessereien mit Urformen.

An der Grütstrasse 83 befindet sich seit 1938 ein Denner & Co, der von 1951 bis 1970 erst als Lebensmittelgeschäft «Konsum Grüt» und später als «Usego-Lebensmittel» durch Ernst Mettler weitergeführt wird. Seit 1999 besteht dort das Atelier 51 (Nähatelier für Innendekoration) von Ruth Jud.

Auffallend im Obergrüt ist das Gebäude an der Grütstrasse 84. Es wird, wie der benachbarte Grüthof an der Geissbüelstrasse 1, im 17. Jahrhundert an den damaligen Hauptverkehrsweg, die Alte Landstrasse, gebaut. Seit ca. 1926 besteht eine Gemüsegärtnerei, später wird daraus ein Blumengeschäft mit Friedhofgärtnerei, seit 1983 in dritter Generation durch Verena Ryffel-Zilioli geführt.